Terrorkrieg in Afghanistan ist eine Lüge

Saddam Hussein wurde damals im Irak gestürzt, weil er angeblich über nukleare Waffen verfügte und mit Al-Qaida unter einer Decke steckte. Das behauptete damals sogar Außenminister Powell im UN-Sicherheitsrat. Heute wissen wir, dass beides Lügen waren.

Jürgen Todenhöfer bereist oft den Mittleren Osten und schildert nun im Magazin der Süddeutschen Zeitung (5/30.1.09, 20-23), was wir schon lange geahnt haben: Die deutsche Freiheit wird nicht am Hindukusch verteidigt, sondern der Westen hat sich in Afghanistan in die Rolle des Besatzers gebombt. Was den internationalen Terrorismus angeht, spielt Afghanistan schon längst keine Rolle mehr.

 Die Taliban, und alles, was der Westen so nennt, sind Teil eines Volksaufstands gegen die westlichen Besatzer. Als solche werden wir begriffen und bekämpft, seit im Juli 2008 bei einem US-Luftangriff auf eine Hochzeitsfeier 47 Menschen ums Leben gekommen sind. Im August starben bei der Bombadierung einer Trauerfeier mehr als 90 und im November bei einer Hochzeitsfeier 43 Menschen.

Solche Nachrichten bekomme ich selten zu lesen oder zu sehen und ich frage mich, warum das so ist?

Schleierhaft erscheint mir, weshalb wir noch Truppen dorthin schicken sollen, gegen die sich sogar Präsident Karzai ausgesprochen hat. Über ihn gibt es inzwischen Berichte, dass er seine Verwandtschaft großzügig mit Geld und Privilegien beglückt. Denn niemand weiß, wie lange er noch die Regierung stellen wird, am wenigsten er selbst.

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„Wenn ich schreibe, lebe ich..“ - Interview von Philip Roth

Philip Roth lebt als Schriftsteller zurückgezogen in New York und gilt als wichtigster amerikanischer Gegenwartsautor. Das mag daran liegen, dass er 29 Bücher geschrieben hat – jedes Jahr etwa eines. Interviews gibt er selten, aber mich fasziniert, wie er uns im Magazin der Süddeutschen Zeitung (Nr. 5/30.1.09) über die Autorenschulter schauen lässt. „Ich verfolge niemals irgendwelche Absichten mit meinen Romanen“, lese ich da erstaunt. Das erklärt zumindest, weshalb Roth sich im Vorfeld kein Handlungsmuster zurechtlegt. „Schreiben ist ein ständiger Akt der Entdeckung. Man entdeckt Wörter, ein Schriftsteller entdeckt sein eigenes Buch während des Schreibens.“ Der alte Mann wirkt traurig, wenn er erzählt, wie sechs seiner engsten Freunde in den letzten zwei Jahren gestorben sind und er selbst gerne mit Schreiben aufhören würde, es aber nicht kann. Es ist, als würde er gegen das Sterben anschreiben. Die Vorstellung seines Freundes Bellow, für jeden Schriftsteller sei es unmöglich, in der Mitte eines Romans zu sterben, wirkt da fast magisch. Wenn es nicht um Botschaften geht, worum geht es Roth beim Schreiben? Er verrät es uns nicht, aber ich stelle mir das Schreiben wie Atmen vor – man macht sich keine Gedanken darüber, solange es in uns atmet. Wenn man damit aufhört, ist man tot. - www.rolfmaier.com

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Minis helfen Tessy!

Fr 13. Dezember: Die Kressbronner Ministranten helfen Tessy, einer nigerianischen Frau, die sechs ausgesetzte Kinder im  Alter von 2-14 Jahren in ihrem Haus aufgenommen hat. Die Eltern haben die Kleinen am Straßenrand, im Busch oder in einer Plastiktüte auf dem Fluss ausgesetzt. Jetzt braucht sie Reis und Kleidung für die Kinder, aber auch ein Generator wäre nicht schlecht und das Haus ist ebenfalls in einem schlechten Zustand. Bei der Ministranten-Adventsfeier haben sich etwa 30 Kressbronner Ministranten mit Nigeria und mit Tessy auseinander gesetzt. Darüber hinaus haben sie Weihnachtsgebäck mitgebracht, das am 3. Advent nach dem Gottesdienst gegen Spende hergegeben wurde. Pfr. B. legte noch die Kollekte vom Samstagabend darauf und so kamen bisher 713,00 Euro zusammen. Die Kressbronner Ministranten können stolz sein und schicken das Geld an ihren früheren Oberministranten Philipp G., der für sechs Monate in Nigeria arbeitet und Tessy persönlich kennt und dafür sorgen wird, dass das Geld gut ankommt.

Die Welt ist besser, als Du denkst - www.rolfmaier.com

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Glaube aus Angst?

Do 11. Dezember:  Im Auto auf dem Heimweg höre ich auf SWR 1 einen Schweizer Immunologen, Prof. Beda Stadler, wie er sich über den christlichen Glauben auslässt. Kinder glauben auch an den Osterhasen und an den Weihnachtsmann, so meint er. Aber durch Bildung verlieren sie diesen Aberglauben und Stadler machte kein Hehl aus seiner Meinung, dass er den Gottesglauben auf der Ebene des Osterhasen und des Weihnachtsmannes hält. Glaube mache den Menschen Angst und hindere sie daran, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, so Stadler. Wenn nicht ein so gebildeter Mann so eloquent seine Meinung vorgetragen hätte, wäre es Zeit gewesen, ihm den elektrischen Saft abzudrehen. Aber wie kann ein Rationalist uns allen Ernstes erzählen, dass er jeden Morgen der Evolution dankbar ist, dass sie ihn möglich gemacht hat. Meint Stadler wirklich, die Evolution habe Ohren, um ihn zu verstehen oder gar eine Vernunft, um ihn bewusst ins Leben zu setzen? Stadler verbreitet einen Aberglauben, der dadurch nicht glaubwürdiger wird, dass er im modernen Gewand eines wissenschaftlich-neuzeitlichen Weltbildes daherkommt. Alle Gläubigen dieser Erde als in Kindheitsträumen zurückgebliebene Menschen zu diffamieren, hat mit Rationalität nichts zu tun. Wenn Stadler seine eigenen Erfahrungen eines verängstigenden Glaubens meint, verallgemeinern zu müssen, frage ich mich, wo seine Objektivität, die Validität seiner Aussagen und ein gesundes Maß an Selbstbeschränkung bleiben. Nein, Herr Professor Stadler, so einfach sollten Sie es sich und uns nicht machen.

1 Kommentar 15.12.08 22:49, kommentieren