Glaube aus Angst?

Do 11. Dezember:  Im Auto auf dem Heimweg höre ich auf SWR 1 einen Schweizer Immunologen, Prof. Beda Stadler, wie er sich über den christlichen Glauben auslässt. Kinder glauben auch an den Osterhasen und an den Weihnachtsmann, so meint er. Aber durch Bildung verlieren sie diesen Aberglauben und Stadler machte kein Hehl aus seiner Meinung, dass er den Gottesglauben auf der Ebene des Osterhasen und des Weihnachtsmannes hält. Glaube mache den Menschen Angst und hindere sie daran, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, so Stadler. Wenn nicht ein so gebildeter Mann so eloquent seine Meinung vorgetragen hätte, wäre es Zeit gewesen, ihm den elektrischen Saft abzudrehen. Aber wie kann ein Rationalist uns allen Ernstes erzählen, dass er jeden Morgen der Evolution dankbar ist, dass sie ihn möglich gemacht hat. Meint Stadler wirklich, die Evolution habe Ohren, um ihn zu verstehen oder gar eine Vernunft, um ihn bewusst ins Leben zu setzen? Stadler verbreitet einen Aberglauben, der dadurch nicht glaubwürdiger wird, dass er im modernen Gewand eines wissenschaftlich-neuzeitlichen Weltbildes daherkommt. Alle Gläubigen dieser Erde als in Kindheitsträumen zurückgebliebene Menschen zu diffamieren, hat mit Rationalität nichts zu tun. Wenn Stadler seine eigenen Erfahrungen eines verängstigenden Glaubens meint, verallgemeinern zu müssen, frage ich mich, wo seine Objektivität, die Validität seiner Aussagen und ein gesundes Maß an Selbstbeschränkung bleiben. Nein, Herr Professor Stadler, so einfach sollten Sie es sich und uns nicht machen.

15.12.08 22:49

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