„Wenn ich schreibe, lebe ich..“ - Interview von Philip Roth

Philip Roth lebt als Schriftsteller zurückgezogen in New York und gilt als wichtigster amerikanischer Gegenwartsautor. Das mag daran liegen, dass er 29 Bücher geschrieben hat – jedes Jahr etwa eines. Interviews gibt er selten, aber mich fasziniert, wie er uns im Magazin der Süddeutschen Zeitung (Nr. 5/30.1.09) über die Autorenschulter schauen lässt. „Ich verfolge niemals irgendwelche Absichten mit meinen Romanen“, lese ich da erstaunt. Das erklärt zumindest, weshalb Roth sich im Vorfeld kein Handlungsmuster zurechtlegt. „Schreiben ist ein ständiger Akt der Entdeckung. Man entdeckt Wörter, ein Schriftsteller entdeckt sein eigenes Buch während des Schreibens.“ Der alte Mann wirkt traurig, wenn er erzählt, wie sechs seiner engsten Freunde in den letzten zwei Jahren gestorben sind und er selbst gerne mit Schreiben aufhören würde, es aber nicht kann. Es ist, als würde er gegen das Sterben anschreiben. Die Vorstellung seines Freundes Bellow, für jeden Schriftsteller sei es unmöglich, in der Mitte eines Romans zu sterben, wirkt da fast magisch. Wenn es nicht um Botschaften geht, worum geht es Roth beim Schreiben? Er verrät es uns nicht, aber ich stelle mir das Schreiben wie Atmen vor – man macht sich keine Gedanken darüber, solange es in uns atmet. Wenn man damit aufhört, ist man tot. - www.rolfmaier.com

8.2.09 22:37

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